Babys ohne Empathie

Baby mit Teddy

Empathie ist das Vermögen eines Lebewesens, sich in die Gefühlswelt eines anderen Lebewesens hineinzuversetzen, d.h. die Gefühle eines anderen zu verstehen. Empathische Reaktionen sind z.B. Mitleid oder der Impuls zu helfen.

Früher wurde die Empathiefähigkeit ausschließlich geistig gesunden Menschen zugesprochen. Allerdings konnten diverse Studien zeigen, dass auch Tiere wie Schimpansen und Hunde empathiefähig sind. Aber wann zeigen Menschen das erste Mal Empathie? Wird uns diese Fähigkeit bereits in die Wiege gelegt?

Viele Eltern glauben, dass ihr Kleinkind mitfühlt, wenn es anfängt zu weinen, weil ein anderes Kind weint. Dies ist aber nicht der Fall. Das Baby lässt sich lediglich von dem Gefühlsausbruch des anderen Kleinkinds mitreissen, fühlt aber keineswegs den Schmerz, den dieses möglicherweise spürt.

Psychologen der Universität Connecticut führten ein Experiment durch, um das Auftreten des ansteckenden Gähnens bei Kindern zu erforschen. Dieses Gähnen ist eine Reaktion auf das Gähnen des Gegenübers und wird gemeinhin als Anzeichen für Empathievermögen gesehen. An dem Experiment nahmen 120 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren teil. Zudem wurden auch noch 30 autistische Kinder, die zwischen sechs und fünfzehn Jahren alt waren, in das Experiment mit einbezogen.

Die Forscher konnten zeigen, dass bei Kindern das Phänomen des ansteckenden Gähnens erst ab einem Alter von vier Jahren auftrat. Autistische Kinder zeigten ein geringeres Auftreten bei stärkerer Ausprägung ihrer Erkrankung.

Aus den Ergebnissen lässt sich schließen, dass Kinder nicht ab ihrer Geburt empathisch sind, sondern dieses Einfühlungsvermögen erst im Laufe der ersten vier Lebensjahre entwickeln.

Quelle:

Helt, M. S.; Eigsti, I.M.; Snyder, P. J.; Fein, D. A. (2010): Contagious yawning in autistic and typical development. In: Child Development (5), S. 1620–1631

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